So sicher wie das Amen in der Kirche!

Im Bereich Craniomandibulärer Dysfunktionen gibt es viele Auffassungen und Meinungen, über die sich unter anderem auch im Internet informieren können.

Dann aber gibt es Themen, zu denen werden sie nirgendwo etwas finden, wieder in Büchern, noch im Internetbeiträgen.

Dazu gehört ein Thema, dass wir bereits in diesem Internetauftritt an anderer Stelle angesprochen haben und über dessen Richtigkeit uns Patienten immer wieder aufs Neue informieren. Gerade letzte Woche wieder einmal gehört!

Das, was Patienten erleben, wenn sie in ihrem Umfeld berichten, dass die Ursache ihrer Beschwerden herausgefunden wurde und sie nun mehr eine Therapie durchführen lassen.

Dabei berichten diese Patienten immer wieder darüber, dass sie zum einen das Gefühl hatten, dass sie mit ihren langjährigen Beschwerden selbst im engen und familiären Umfeld häufig nicht ernst genommen wurden und werden.

"Stell dich nicht so an." "Das hat doch fast jeder." "Da kann man nichts machen."

Das sind die Aussagen, mit denen diese Patienten häufig über viele Jahre hin konfrontiert sind und zudem entmutigend und frustrierend auf die Betroffenen wirken. Und die haben eh schon genug Beschwerden, Schmerzen und Probleme.

Umso erfreuter und geradezu überschwänglich reagieren viele Patienten, wenn sich die Kausalität zwischen ihren Beschwerden und Störungen in ihrem bis in häufig sehr kurzer Zeit nachweisen lassen. Es kann daher kaum überraschen, dass diese Patienten ihre Freude über diese Entwicklung in ihrem Umfeld gerne kommunizieren möchten.

Das Interessante an den Reaktionen ist dann aber, dass die Patienten ausnahmslos immer nur das gleiche berichten.

Sie erfahren Ablehnung!

Die Erwartung, dass ihr Umfeld mit Freude und Zuspruch auf die Neuigkeiten reagiert, wird fast immer enttäuscht. Viele dieser Patienten sind darüber maßlos frustriert, weil sie davon ausgegangen sind, dass ihr Umfeld freudig darauf reagiert, dass die Ursache ihrer Beschwerden endlich aufgedeckt werden konnte und somit einer Therapie zugänglich werden.

Psychologisch gesehen hat das eben auch damit zu tun, dass bei den Betroffenen die Erwartung vorliegt, ihr Umfeld interessiere sich für sie und die öffentlich bekannten Beschwerden.

Es mag dann umso mehr wie ein Schock wirken zu erfahren, dass sich das Umfeld eben nicht wirklich interessiert, sondern die ganze Zeit, die vielen Jahren immer nur wie ein Voyeur auf die Betroffenen geblickt hat.

Aufgrund dieser negativen Erlebnisse, dass aus dem direkten Umfeld nicht der erhoffte Zuspruch erfolgt, sondern stattdessen auch noch Zweifel an den gewonnenen Erkenntnissen gesät werden, ob das denn wohl alles überhaupt sein könne, entschließen sich diese Patienten, häufig erst nach recht langer Zeit dazu, sich ihrem Umfeld gegenüber zu verschließen und nicht mehr darüber zu berichten, dass sie sich in eine therapeutische Behandlung begeben haben.

Diese Phase kann auch für das Verhältnis zwischen Patient und Arzt eine echte Belastung werden, nämlich dann, wenn der Patient damit beginnt diese Zweifel in das interne Verhältnis einzuführen, was wiederum dazu führt, dass das Arzt-Patienten-Verhältnis leidet.

Das sind psychologische Effekte, über die die Betroffenen sich regelmäßig keine Gedanken machen, weil sie gar nicht in der Lage sind sich zu gegenwärtigen, dass auch Arzt und Mitarbeiter ebenfalls nur Menschen sind, die nun auf einmal das gleiche Phänomen erleben, wie der Patient zuvor in seinem Umfeld

Die Gründe für dieses Verhalten des Umfeldes sind nur schwer zu ergründen. Die Regelmäßigkeit, mit der diese Reaktionen aus dem Umfeld erfolgen, bringen uns jedenfalls dazu, jedem Patienten, bei dem der Nachweis einer CMD gelungen ist, über dieses, uns hinlänglich bekannte Problemfeld zu informieren, um den Betroffenen die Enttäuschungen zu ersparen, wenn diese aus ihrem persönlichen Umfeld nicht die gewünschten positiven Rückmeldungen erhalten, die sich die Betroffenen in aller Regel wünschen.

Das ist eines der vielen kleinen Geheimnisse aus dem großen Buch, auf dem CMD steht, über das Sie nichts lesen und auch nichts hören, weil es nur dort bekannt ist, wo diese Patienten in größerer Anzahl behandelt werden.

Die Psychologie der Menschen ist, das können wir sagen, ist dabei in Erfurt nicht anders, als in Stuttgart. Berlin oder Emden.

So sind die Menschen eben und deshalb werden diese Patienten selbst dann, wenn die funktionstherapeutische Behandlung mit Erfolg abgeschlossen werden kann keinem mehr darüber berichten, dass sie nun keine Beschwerden mehr haben.

Insofern dürfte es den Leser auch nicht verwundern, dass dieser Effekt selbst unter Zahnärzten kein anderer ist.

Der Glaube, der Behandler bekäme von anderen Behandlern Zuspruch dafür, dass dort Dinge zu einem guten Ende kommen, die viele Jahre zuvor nicht mit Erfolg behandelt werden konnten, ist genauso naiv, wie der Glaube des Patienten, er bekäme Zuspruch aus seinem persönlichen Umfeld.

Denn es kann gar nicht sein, dass irgend Jemand irgendetwas kann, was nicht jeder Andere auch vermag!

Mit diesem Phänomen müssen daher alle leben.

Der Patient und auch das CMD CENTRUM KIEL.

Deshalb ist es immer wieder aufs Neue wichtig festzustellen: Die Entscheidungen trifft immer nur der Patient!

Zunehmend aber behalten wir uns vor, wenn das Maß an Zweifel und Missstimmung eine bestimmte Grenze übersteigt unser Unwohl zu artikulieren und irgendwann dann von unserer Seite aus aus einer beginnenden Behandlung auszusteigen.

Ein Szenario, dass manchen Patienten nicht in ihre Alternativüberlegungen einbeziehen.

Nicht nur der Patient hat ein Recht den Arzt anzuzweifeln und eine Behandlung abzulehnen oder zumindest in Frage zu stellen. Auch ein Arzt, und gerade im Bereich CMD, hat jederzeit die Möglichkeit eine Behandlung abzubrechen, wenn er sich nicht mehr durch das Vertrauen des Patienten getragen fühlt.

Und das kann dann eben im schlimmsten Fall auch bedeuten, dass der Arzt sich vom Patienten abwendet, selbst wenn dieser sich dann doch irgendwann wieder dem Arzt zuwenden möchte, aber die gegenseitige Vertrauensbasis dann zerstört ist.

Niemand kann und vor allem Niemand will die Kraft verschwenden gegen einen Patienten arbeiten zu müssen, und genau das kann in diesen Phasen passieren.

Es ist übrigens ein weit verbreiteter Irrglaube, der Arzt müsse dann, sozusagen, je nach Laune des Patienten, wieder zur Verfügung stehen, wann dem Patienten danach ist.

Ein Arzt kann sich, genauso wie ein Patient, seinen Vertragspartner aussuchen. Dabei sollte ein Arzt immer ein Ohr dafür haben, dass ein Patient nicht nur seinen Beschwerden, sondern eben auch diesen anderen Beeinflussungen ausgesetzt ist.

Und dennoch gibt es Grenzen, die sind sie einmal überschritten, schwer wieder zu überwinden sind, so dass man allen Beteiligten immer nur raten kann, selbst in Phasen des Zweifels gegenseitig respektvoll miteinander umzugehen.

Wir haben da einen langen Atem, so dass das hier beschriebene die absolute Ausnahme ist und auch bleiben wird. Aber es gibt sie eben, die Fälle, in denen man dann aussteigt und dem Patienten wünscht, er möge sein Glück anderweitig suchen, denn es gibt ca. 60.000 Zahnärzte in Deutschland und davon mehr als einen in dessen Nähe.

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